Viele haben uns gefragt, wie sie unseren traditionnelen Bericht über dasWeinjahr erhalten können, welchen die Schweizerische Weinzeitung während fast 50 Jahren veröffentlichte.
Sie können ohne weiteres Auszüge daraus benutzen (kein copyright).
Anschliessend finden Sie, zwischen den Bildern, die Jahrgänge 1997 bis 2004 im PDF-Format (klicken-Sie auf "Jahrgang XX").
Bericht über den Jahrgang 2006, mit der Analyse der Verfügbarkeiten in Konsum-Monaten auf Grund der Zahlen vom 31.12.2006, die soeben erschienen sind, werden Sie auf dieser Seite Mitte August finden.
Wir übermitteln Ihnen gerne auch ältere Jahrgänge (ab den sechziger Jahren).
Entwicklung im Rebberg
Im Winter 2004/2005 profitierten wir wiederum von einer sonnigen, sehr trockenen und auch überaus kalten Periode. Im Januar sank das Thermometer auf -10/-15° C und der Februar blieb ebenfalls sehr kalt. Trotz einer schützenden Schneedecke verzeichneten wir erhebliche Frostschäden, vor allem in der Ebene (40-60%). Auf die Gesamtfläche gesehen machte es aber weniger als 5% aus.
Ab dem 15. März stieg die Temperatur aber rasch über den üblichen Durchschnitt, was die Reben schon gegen den 20. zum Weinen brachte. Ein regnerischer, launischer und kühler April kompensierte den eingetretenen Wassermangel, führte aber fast zu einem Frühlingsfrost am 21. Der markante Temperaturanstieg ab dem 29. beschleunigte einen allgemeinen, aber unregelmässigen Austrieb. Ein eigenwilliger und kühler Anfang Mai liessen am Muttertag (8/9. Mai) wiederum Frost befürchten, bevor die Temperatur ab dem 20. rasch anstieg.
Trotz kühlerem Wetter beginnt der Blühet im Juni, obschon die Temperatur wieder gesunken ist. Dadurch ist die Befruchtung nicht besonders gut und führt zu eher kleinen Trauben. Auf ein besonders heisses Monatsende folgt ein sonnenreicher, mit unbeständigem Wetter unterbrochener Juli. Darauf schliesst ein weniger warmer August an mit bedeutenden Niederschlägen (30-35 mm), die sich fast jedes Wochenende wiederholen!
Ab dem 8. beginnen die Trauben zu reifen, und der Föhn vom 7. September tut gut, bevor in der Woche vom 11. 40 mm Regen fallen! Einige Reben litten unter Oïdium und Mehltau.
Ernte, Mengen, Qualität
Erntebeginn am 22. September. Die ersten Oktobertage sind regnerisch und kühl, gefolgt von einem unvergesslichen Altweibersommer, der besonders lange dauerte und uns eine erstaunliche Farbenpracht bot. Am 14. Oktober waren die meisten Trauben geerntet.
Die sehr gesunde und optimal reife Ernte erreichte leider nicht die vorgesehene Menge: die Erträge schwanken zwischen 800 g/m2 beim Cornalin und 1 kg/m2 beim Fendant. Gesamternte 37,7 Millionen Liter (Ml), 22,2 Ml rot und 15,5 Ml weiss), d.h. nur 2,5 Ml mehr als die extrem kleine Einkellerung 2003 und 6,5 Ml weniger als der Durchschnitt der letzten 10 Jahre.
Die Oechslegrade haben den Jahrgang 2003 nicht zu beneiden: Fendant = 79°, Johannisberg = 96°, Pinot Noir = 95° und Gamay 92°!
Dank gesunden Trauben mit genügend Säure finden wir einen fruchtigen, frischen und farbreichen Jahrgang 2005. In Anbetracht der bescheidenen Erträge der Rotweine erwarteten wir aber doch etwas kräftigere und körperreichere Weine, wogegen sich die Spätlesen prachtvoll präsentieren.
Marktlage
Da auch der Konsum der Walliserweine unter der neuen Limite von 0,5%o litt, führte die bescheidene Ernte zu keinen bedeutenden Störungen. Gemäss den noch sehr unpräzisen Konsumstatistiken ging die Menge von 45 auf 38 Ml zurück (2 bei den weissen und 5 bei den roten!).
Durch die kleine Ernte konnte der eingeleitete Preisdruck der roten vor der Ernte korrigiert und das Niveau des Jahrgangs 2004 wieder erreicht werden. Um den defizitären Goron zu ersetzen wurden einige kleinere Dôle deklassiert.
Ganz anders die Situation beim Fendant: die ansehnlichen Vorräte vor einigen Jahren, die zu konkurrenzlosen Preisen (sogar gegenüber dem Ausland für solche Qualität) führten, erlaubten Grossaktionen im In- und Ausland. Nach dem erfolgreichen Absatz erheblicher Mengen genügte plötzlich der neue Jahrgang der Nachfrage nicht mehr (kaum noch 1200 ha gegenüber 1700 im Jahre 1996). Das unveränderliche Gesetz von Angebot und Nachfrage führte langsam zu ansteigenden Preisen für die höchst selten ausfindig zu machenden Posten, wobei diese teilweise sogar mit Rotwein verbunden waren!
Der Markt der Spezialitäten (23 % der Ernte!) entwickelte sich normal. Der Johannisberg ist immer noch sehr gesucht, und wegen der kleinen Ernte 2005 bleiben die Preise weiterhin hoch. Es fällt auf, dass die süssen Weine weniger gefragt sind, was auch für die Roséweine zutrifft (Oeil de Perdrix und Dôle blanche).
AOC-Valais immer glaubwürdiger
- Das Wallis hat sich mit einem aussergewöhnlichen Beschluss profiliert: soviel wir wissen hat weltweit noch kein Weinbaugebiet eine so weitgehende Kontrolle zur Deklassierung von AOC-Parzellen beschlossen : (17'290 kontrollierte Reben in 69 Gemeinden zwischen 15.8. und 15.9.!)
- mit Krankheiten befallene Reben - ungenügende Blattfläche - zu grosser Ertrag
Das Wallis kämpft energisch gegen einen Artikel der LP 2011, der erlauben würde unsere Spezialitäten auch unter der Kategorie 2 zu vermarkten.
Trotz einem Konsumrückgang wegen der neuen Begrenzung auf 0,5 %o, trotz dem oft unlauteren Wettbewerb gewisser ausländischen Weine, trotz dem Hang der Kunden immer neue Produkte zu versuchen, hat der Walliser Weinbau eine gute Zukunft, denn:
- fast alle Reben können gepflanzt und zu typischen Sorten verarbeitet werden - die Rebberge befinden sich in einer anziehenden touristischen Gegend - die Weinernte der Schweiz deckt nur 40 % des Konsums, der in der Tat Rückläufig ist, aber zu besseren Qualitäten neigt - die Walliser AOC-Weine gewinnen immer mehr an Glaubwürdigkeit.